„Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß“

Ein Seminar

Wir, unser Leben, das Wunder der Schöpfung, kommen in Erscheinung aus dem Raum von Nichts, bekommen ein Gesicht, eine Form und einen Namen, und am Ende des Lebens kehren wir zurück. Wer kennt das nicht an so manchen düsteren Tagen? Wir ringen mit der Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit unseres Lebens und Tuns, wir bleiben hinter unseren Erwartungen in unseren gelebten Fähigkeiten zurück – sei es in der Kreativität, in der Gesundheit, in der Beziehungspflege, im beruflichen Ausdruck mit unseren Kindern und Lebewesen, die in unserer Obhut sich befinden. Oft sagen wir dann „ich kann nichts“ oder „ich schaffe nichts“ oder „ich fühle mich wie ein Niemand“. Dieses Nichts, womit wir dann ringen, das uns plagt und zur schweren Last werden kann, äußert sich oftmals als destruktive Über-Ich-Attacken, als Depression, als Lähmung, als Gefühl- und Sprachlosigkeit, als Wunsch unsichtbar und nicht da zu sein usw. In diesen Phasen erleben wir die Mächtigkeit eines Empfindens von Nichts, das Vernichtende darin und gleichzeitig oftmals eine Ohnmacht, eine Hilflosigkeit und Kleinheit von uns selbst. Derartige und ähnliche Erfahrungen dienen uns als wertvoller Einstieg in eine mystische, unvermutete Tiefe. Denn es gilt tatsächlich den Kampf gegen die eigene Nichtigkeit aufzugeben und sich in gewisser Hinsicht dem eigenen Scheitern auf eine Weise zu überlassen, dass sich das Tor in eine neue Erfahrungs-Dimension öffnet. Für diese gewagte seelische Bewegung benötigen wir Ressourcen wie Feinsinnigkeit, Liebe zur Ehrlichkeit und Authentizität, Integrität und Intelligenz. Gelingt es durch das Tor zu schreiten, dann vollziehen wir einen fundamentalen Perspektivenwechsel: Was ursprünglich leidvoll und destruktiv wirkte, das Nichts und die Nichtigkeit im eigenen Leben, das den Sinn des Lebens verdeckt, die Verbundenheit trennt, die Zugehörigkeit in Einsamkeit verkehrt, dieses alltägliche Nichts wird im Verhältnis plötzlich klein wirken. Wir werden vor dem großen Nichts und Sein stehen, das alles Werden und Vergehen, die Schöpfung durchdringt und durchwirkt. Im Angesicht dieses Gegenübers finden wir unsere Bestimmung. Dann werden wir zum Instrument der schöpferischen Klänge des Seins. Unsere Saiten werden gestimmt von einem machtvollen und göttlichen Musiker. Ist dieser Perspektiven-Wechsel in der Erfahrung vollzogen, dann erleben wir ein Fundament im Leben, das unabhängig aller Wechselfälle, aller Schmerzen und Verluste, aller Ängste, aller Glücksmomente und Unglücke, aller Fähigkeiten und Unfähigkeiten ist. Dann vollziehen wir dies, womit Rilke den oben genannten Beginn der Strophe im Gedicht „der Schauende“ abrundet:

„Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß;
ließen wir, ähnlicher den Dingen,
uns so vom großen Sturm bezwingen, -
wir würden weit und namenlos.“

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Zeit:
10. - 12. November 2017
Freitag 18:00 - 21.30 Uhr
Samstag 10:00 - 19:00 Uhr
Sonntag 09:00 - 17:00 Uhr

Ort:
Psychotherapeutische Praxis Karin A Pixner, Ringstr. 13, 82390 Eberfing

Kosten:
340,- € (inkl. MwSt.); Ermäßigung ist mit Rücksprache möglich

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